FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2019

Vorsichtige Zweiflerin: Das größte Lager un- ter den Sparerinnen (19 Prozent) bilden finan- ziell nicht engagierte Frauen mit hohem Sicher- heitsbedürfnis, deren Verlustangst größer ist als die Aussicht auf künftige gewinne. Diese gruppe ist mit fast 30 Prozent besonders in Schweden konzentriert. in Österreich/Deutsch- land lag der Wert bei nur 15 Prozent. Passive Behüterin: 16 Prozent der befragten Frauen gehören zu dieser gruppe. Sie sind ängstlich, haben ein Bedürfnis nach Sicherheit. zudem fühlen sie sich finanziell eingeschränkt, wünschen sich aber mehr Auswahlmöglichkei- ten. Dieser Typus war vor allem in großbritan- nien (24 Prozent), Frankreich (20 Prozent) und Spanien/Portugal (20 Prozent) vertreten. Schwe- den wies mit sieben Prozent in dieser gruppe den geringsten Anteil auf. Erklärte Traditionalistin: Für diese gruppe (12 Prozent der befragten Frauen) hat die Be- wahrung ihrer Lebensweise und Finanzen Priori- tät. Sie sind nicht bereit, ihre Komfortzone zu verlassen und möchten keine Risiken eingehen. Diese sind mit 24 Prozent besonders häufig in Frankreich zu finden, aber auch in Deutschland und Österreich (21 Prozent) sowie Spanien und Portugal (20 Prozent). Wer die finanziellen Prioritäten der acht Typen von Anlegerinnen kennt, kann sie gezielt anspre- chen. Daher bietet die Typologie für Berater viele interessante Anknüpfungspunkte. Weitere informationen sind zu finden unter: www.jpmorganassetmanagement.de/investinyou Interview mit Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich und Osteuropa, J.P. Morgan Asset Management » Frauen für Geldanlage interessieren « Herr Bergweiler, einerseits werden die Kapi- talmärkte immer komplexer, andererseits lassen sich mit klassischen Sparprodukten keine auskömmlichen Erträge mehr erzielen. Inwiefern sind Frauen von diesen Entwick- lungen besonders betroffen? Christoph Bergweiler: Frauen haben eine längere Lebenserwartung, arbeiten aber häu- figer in Teilzeit oder pausieren ganz für erzie- hungs- und Pflegezeiten. Sie müssten ihr geld eigentlich besonders hart arbeiten las- sen, also besonders ertragreich investieren. Die Realität sieht aber anders aus, nämlich dass Frauen häufiger als Männer den Schritt zur Kapitalanlage scheuen und ihr erspartes in Sparanlagen real an Wert verliert. Die Studie von J.P. Morgan Asset Manage- ment zum Thema „Frauen und Geldanlage“ kommt zu interessanten Ergebnissen, auf deren Basis sich Anlegerinnen in acht euro- päischen Ländern in acht Typen unterteilen lassen. Wie können Berater sich die Typolo- gie zunutze machen? Dank der Typologisierung lassen sich Frauen ganz gezielt ansprechen. Wir wollen ja das Rad nicht neu erfinden, sondern die informa- tionen an den Lebensstil und den Umgang mit Finanzen anpassen. Durch das Verständnis der Unterschiede, Wünsche und finanziellen Prioritäten können relevantere Lösungen ange- boten werden. ziel ist ja, dass das Thema geldanlage das interesse der Frauen findet und ein selbstverständlicher Teil ihres täglichen Lebens wird. Können Sie anhand eines Typus beispielhaft erläutern, wie ein Vermittler auf Frauen aus der entsprechenden Kategorie gezielt zuge- hen kann? Beispielsweise können sie denjenigen, die eine höhere Affinität zum Sparen aufweisen, mit langjährigen zeitreihen die Angst vor der Kapitalmarktvolatilität nehmen und Alternativen aufzeigen, die heute noch ertragschancen bieten. Andere gruppen zögern vielleicht nur deshalb zu investieren, weil sie sich nicht gut genug informiert fühlen. Denen könnte mit regelmäßigen Updates zum Kapitalmarktge- schehen weitergeholfen werden. Und jüngere Frauen wie die „Junge Überfliegerin“ sind mit digitalen Kanälen und Social Media gut zu erreichen. Hier lässt sich mit regelmäßigen informationen ein guter zugang finden. Stellt J.P. Morgan AM seinem Vertrieb die Studienergebnisse zur Verfügung, oder gibt es dazu sogar Schulungen? neben den Studienergebnissen bieten wir ein umfangreiches Angebot für unsere Ver- triebspartner: Angefangen von Beraterschulun- gen, Webkonferenzen und möglichen events, Materialien zur Beratungsunterstützung, aber auch mit der Bereitstellung von inhalten für die lokale Pressearbeit, Artikel in Kundenma- gazinen oder für newsletter oder Social-Media- Aktivitäten. Wird J.P. Morgan AM aufgrund der Studien- ergebnisse nun spezielle Informationen für Frauen erarbeiten? Das ist gar nicht notwendig, denn die Bot- schaft ist ja gleich, unabhängig davon, ob männliche oder weibliche Sparer zum Anlegen motiviert werden sollen. Die Studie zeigt aber, dass sich viele Frauen von der bisherigen An- sprache nicht „abgeholt“ fühlen, und dabei möchten wir unterstützen, auf dass sich Bera- ter und die Frauen weiter aufeinander zu be- wegen. Die Chance ist immens! Auf das Volu- men angesprochen, dass Frauen bereit wären, bei guter Beratung in Kapitalmarktprodukte zu investieren, kam in den acht untersuchten europäischen Ländern eine beeindruckende Summe von 196 Milliarden euro zusammen, und in Deutschland und Österreich sind es 45 Milliarden euro. Potenzial, das es zu heben gilt – für den Vermögensaufbau der Frauen und den Vertriebserfolg der Berater. Und zum Schluss: Gibt es eventuell eine Anlageklasse oder eine Anlageprodukt, das sich für Frauen aller Kategorien gleicher- maßen eignet? ein großer Knackpunkt für viele Frauen ist ja, dass sie sich einerseits finanzielle Unab- hängigkeit wünschen, andererseits aber ihr Wissen rund um die geldanlage gefühlt als nicht ausreichend ansehen und drittens in der Alltagshektik die Muße fehlt, sich damit umfassend auseinanderzusetzen. genau da kann eine Fondslösung helfen, am besten eine breit gestreut über viele Anlageklassen investierende, die trotz niedrigzinsumfeld er- tragstark ist, aber auch die Volatilität im Rah- men hält. Da fallen mir nicht ganz zufällig unsere beiden income-Fonds ein, die für unter- schiedliche Rendite-Risiko-Profile eine gute Brücke zum Kapitalmarkt bauen und beispiels- weise über Sparpläne auch für kleinere Anla- gebeträge einen wichtigen ersten Schritt hin zum erreichen der Anlageziele bieten. Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich und Osteuropa: „Die Chance ist immens.“ Anzeige • Foto: © LuxundLumen | Marlene Fröhlich

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