FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2015

Innovation, die dort stattfindet, ist extrem re- levant für die Asset Manager – dem kann sich die Branche nicht verschließen. Ein Beispiel ist die zunehmende Gebührentransparenz. Schon damit greifen die Fintechs die klassi- sche Wertschöpfungskette des Asset Manage- ments an. Ein Vorteil der klassischen Häuser gegenüber den Fintechs sind ihre etablierten Marken. Das ist in einem Vertrauensgeschäft wie der Geldanlage sehr wichtig. Daher soll- ten sich Fondsanbieter intensiv um ihre Marke kümmern. Der Aufbau einer starken Marke, einer Endkundenbeziehung, ist entscheidend – und auch für die Vertriebe von Vorteil. Ein heikles Unterfangen. Wenn die Fondsanbieter beginnen, die Endanleger direkt anzusprechen, fühlen sich die eta- blierten Vertriebe schnell auf den Schlips getreten. Und noch sind die Fondshäuser im Vertrieb auf die Banken und andere Finanzberater angewiesen. Es geht nicht darum, gegen die etablierten Vertriebe zu arbeiten, sondern mit ihnen zu- sammen. Über die digitalen Kanäle lassen sich die bestehenden Kunden besser informie- ren und neue Kunden identifizieren. Dann gilt es, diese Anleger aus der digitalen Welt auch in die reale Welt der Filiale zu begleiten. Noch möchten viele Privatkunden ein Beratungs- gespräch führen, bevor sie ihr Geld anlegen. Doch die Kunden kommen viel informierter in die Filiale als noch vor zehn Jahren. Das Beratungsgespräch ändert sich, es hat eher bestätigenden als vorschlagenden Charakter. Die Generation der unter 30-Jährigen kommt allerdings nicht mehr in die Filiale. Die macht alles online. Das ist richtig, aber die größeren Beträge wer- den statistisch gesehen von einer älteren Ziel- gruppe angelegt. Die 30-Jährigen sind aber diejenigen, die in 10 oder 20 Jahren das Geld anlegen. Das stimmt. Wahrscheinlich werden viele der heutigen Jugendlichen ihr Leben lang keine Bankfiliale für eine Beratung betreten. Es ist sicherlich wichtig, schon heute eine Kunden- bindung mit dieser Zielgruppe aufzubauen. Aber mit Sicht auf die nächsten drei oder fünf Jahre – und das ist für die Planung ein wich- tiger Zeitraum – bieten sich Chancen in der Kooperation zwischen Asset Managern und Vertrieben. Was würde passieren, wenn ein externer Spieler mit großer Marke ins Fonds- geschäft einsteigt, etwa Apple, Google oder Amazon? 215 www.fondsprofessionell.de | 3/2015 Marke ist entscheidend“ » Es wird spannend sein zu beobachten, welche Auswirkungen die jüngste Korrektur auf das Verhalten der Privatanleger haben wird: Bleiben sie ihren Investments treu? « Philipp Koch, McKinsey

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