FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2015

Welche Fonds und welche Anbie- ter sind denn die Favoriten der Genossenschaftsbanken? Reicke: Das ist nahezu spiegelbildlich zum deutschen Fondsmarkt mit wech- selnden Favoriten. Dazu gehören Pro- dukte von Carmignac Gestion, Floss- bach von Storch, Ethenea sowie auch von Allianz Global Investors oder der Deutschen AWM. Seit Jahren erstellen Sie zudem ein KVG-Ranking. Was hat es damit auf sich? Balzer: Wir messen jährlich die Qua- lität der Top-40-Anbieter auf Basis verschiedener Kriterien und spiegeln die Ergebnisse den Gesellschaften in einem Ranking zurück. Wir analysie- ren den gesamten Vertriebs- und Ab- wicklungsprozess und die damit ver- bundene Qualität der Zusammenar- beit. Das hat aber nicht ausschließlich etwas mit der Größe einer Gesell- schaft zu tun. Es geht auch um die Leistungsfähigkeit, gemessen am Be- stand und der marktadäquaten Provi- sionshöhe. All das fließt in die Bewer- tung ein und ist für die KVGs ein wichtiges Feedback – nicht zuletzt, weil wir als neutrale Instanz wahrge- nommen werden, die einen tiefen Ein- blick in die gesamte Abwicklungskette hat. Hierbei spielt auch eine Besonder- heit von Attrax im Vergleich zu Mit- bewerbern eine Rolle: Unsere Bestän- de werden in der Regel nicht zentral, sondern direkt bei den einzelnen KVGs oder deren Abwicklungsstellen verwahrt. Durch die direkte Verbin- dung haben wir anders als bei der Ver- wahrung bei einem Zentralverwahrer nicht nur einen besseren Einblick, sondern auch größere Einflussmöglichkeiten und mehr Durchschlagskraft im Sinne unserer Kunden. Korreliert die Größe eines Anbieters mit seiner Abwicklungsqualität? Reicke: In gewissem Sinne schon, aber auch Newcomer der letzten Jahre haben an Schwung gewonnen, ziehen ihre Abwick- lungsprozesse sukzessive nach und verdrän- gen etablierte Anbieter im Ranking. Insofern gibt es da schon eine Parallele. Es kommt auch zu wechselnden Vertriebsstrukturen der Anbieter mit neuen Ansprechpartnern, wo- durch etwa der Informationsfluss ins Stocken geraten kann. Dann rutscht auch schon mal eine große Gesellschaft zwei, drei Plätze nach hinten. Häufig wechseln die besten zehn Fondsanbieter aber untereinander durch. Hat das KVG-Ranking Einfluss auf die Zusammensetzung der Best-Select-Liste? Balzer: Nein, beides ist bei uns im Haus strikt voneinander getrennt. Wie hat sich das Drittfondsgeschäft mit den Genossenschaftsbanken seit 2003 insgesamt entwickelt? Balzer: Abgesehen von einigen wenigen Aus- nahmen arbeiten wir heute mit nahezu allen 287 www.fondsprofessionell.de | 3/2015 » Das Fondsangebot orientiert sich grundsätzlich an der Nachfrage der Banken. Dieses Grundverständnis ist extrem wichtig, weil es uns in die Lage versetzt, wirklich neutral agieren zu können. « Thomas Reicke, Attrax » Wir messen jährlich die Qualität der Top-40-Anbieter und spiegeln die Ergebnisse den Gesellschaften in einem Ranking zurück. « Thilo Balzer, Attrax quote von 60 Prozent “

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