FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2021
erforderlich werden als auch aufgrund von Veränderungen auf Ebene der Zielinvest- ments. Schließlich sind – zumal junge – Unternehmen Organismen, die verschie- dene Lebenszyklen durchlaufen,weshalb es immer wieder zu strukturellen Verände- rungen auch ganzer Portfolios kommt, die dann neu positioniert werden müssen. Märkte Secondaries gibt es nicht beim All nanzdienstleister. Sie sind ein Spezialprodukt, das einige Expertise seitens der Käufer und Verkäufer voraus- setzt. Zwar ist verschiedentlich versucht worden, internetbasier- te Handelsplattformen aufzu- bauen – vor allem für Fonds mit einem Schwerpunkt auf Technologieunternehmen bie- tet sich das an. Bislang konnten sie sich jedoch noch nicht so weit etablieren, dass darüber nennenswerte Marktanteile ge- handelt würden. „Der Großteil des Marktes läuft über Berater und persönliche Kontakte“, sagt Wilmes. „Es gibt eine Reihe von Invest- mentbanken und -boutiquen, die sich da- rauf spezialisiert haben, Käufer und Verkäu- fer zusammenzubringen.“ Ist man lange ge- nug dabei, kennt man die relevanten Inves- toren und für sie geeignete Fonds. „Und dann werden bilaterale Gespräche geführt“, erläutert Wilmes die Praxis. GP-getriebene Secondaries Private-Equity-Fonds haben in der Regel Laufzeiten von zehn bis 15 Jahren.Nähern sie sich dem Laufzeitende, sieht sich ihr Fondsmanager einem erhöhten Erwar- tungsdruck ausgesetzt: Der Exit ist die hohe Kunst im Private Equity. Eine Mög- lichkeit dafür bietet die Spielart des „GP-led Secondary-Deal“. Dabei gründet der Fonds- manager – das ist in der Regel der General Partner (GP), wohingegen die Investoren Limited Partner (LP) sind – einen Folge- fonds, in den er die Assets seines Fonds ver- kauft.Der GP kann dann neuen Investoren anbieten, in diesen Fonds zu investieren, was bei nachgewiesenem gutem Track Record auch ein begehrtes Investment ist. Mit dem Geld der neuen LPs können dann diejenigen bisherigen LPs ausbezahlt werden, die nicht reinvestieren wollen („Rollover“) und lieber die Exit-Chance wahrnehmen. „GP-getriebene Secondaries machen inzwischen mehr als die Hälfte des weltweiten Se- condary-Marktes aus“, sagt van der Kam von Schroders. Auch Kombinationen sind denkbar, sowohl auf Anleger- als auch auf Assetebene. Inves- toren können auch nur einen Teil liquidieren und im ande- ren Teil (re)invesiert bleiben. GPs können hingegen auch nur Teile aus einem Portfolio herauslösen, in einen Folge- Christiaan van der Kam, Schroders Capital: „Die Vorteile von Secondaries sind im aktuellen Marktumfeld von hoher Relevanz.“ Richard Wilmes, Golding Capital Partners: „Der Großteil des Marktes läuft über Berater und persönliche Kontakte.“ Das Management am Ruder Globales Secondary-Transaktionsvolumen im PE-Markt Der Anteil der Transaktionen, die vom Management eines Fonds initiiert und durchgeführt werden, hat stark zugenommen und dominiert inzwischen den Markt der Secondaries. *geschätzt |Quelle:SchrodersCapital,CreditSuisse,Lazard,2021 0 20 40 60 80 100 2021* 2020 2015 2010 Mrd. USD Traditioneller Secondary-Markt Management- getriebener Markt » Nach unserer Einschätzung war der Secondary-Markt von 2011 bis zirka 2014 besonders attraktiv. « Norman Lemke, RWB SACHWERTE Private Equity 204 fondsprofessionell.de 3/2021 FOTO: © SCHRODERS CAPITAL, GOLDING CAPITAL PARTNERS
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=