FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2021
beitsrecht und Steuern“, so der Leiter der Stuttgarter Lunis-Niederlassung. Für die Karriere des Spitzensportlers sei es sehr wichtig, ein Team aus Spielerberater oder Manager, Eltern, einem sehr quali zierten Steuerberater, einem auf Arbeitsrecht spe- zialisierten Rechtsanwalt und einem Finanz- planer an der Seite zu haben. „Den Zu- gang erhält man ausschließlich über Emp- fehlungen“, weiß Montanhas. Pro sportler seien hervorragende Multiplikatoren und empfehlen sehr gern weiter. Zudem seien sprachliche Kenntnisse von Vorteil, vor allem bei international agierenden Pro - sportlern. „Sehr gute Spielerberater möch- ten, dass ihre Mandanten beim Thema Finanzen in guten Händen sind, sodass es durchaus auch Spielerberater gibt, die über den Tellerrand hinausschauen und direkt auf mich zukommen“, bestätigt der Vermö- gensmanager. Zwischen den Zeilen steht, dass es auch weniger seriöse Spielerberater gibt, die an den Geldanlagen der Spieler mitverdienen wollen – und damit seriösen Finanzberatern den Einstieg bei dieser Ziel- gruppe vermiesen. Als Financial & Estate Planner der Frank- furt School of Finance & Management bringt Montanhas das nötige Fachwissen mit. „Der Mandant von heute möchte einen Partner, keinen Produktverkäufer“, bestätigt er die Erfahrung von FWB-Chef Kretschmer. „Werte wie Vertrauen, Zuverläs- sigkeit, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit, die leider immer mehr eine untergeordne- te Rolle spielen, stehen bei diesen Mandan- ten mit an erster Stelle“, beschreibt er wich- tige Soft Skills. Ein exzellenter Berater müs- se heute Beru iches und Privates berück- sichtigen, breit vernetzt sein und sich so dem Rhythmus des Mandanten anpassen können. Zu beachten sei auch, dass Pro - sportler regelmäßig mit einer Vielzahl spe- zieller Probleme konfrontiert seien: befris- tete Arbeitsverträge, häu ge Wohnsitzwech- sel und ießende Übergänge zwischen Be- rufs- und Privatleben. „Nicht Kontinuität, sondern der stetige Wandel ist die Norm im Leben dieser Mandanten“, spricht Mon- tanhas aus Erfahrung. Sparen heißt die Devise Die Anlagestrategie von erfolgreichen Berufssportlern sieht anders aus als die eines normalen Arbeitnehmers, bestätigt der Lunis-Partner.Die Zeit, in der ein hohes Einkommen erzielt wird, ist begrenzt – oft auf zehn bis zwölf Jahre. In dieser Zeit wird das Vermögen aufgebaut, das nach der aktiven Zeit im Idealfall bis ans Lebens- ende reichen soll. Also müsse man die An- lagestrategie immer wieder anpassen. „Das Einkommen der Pro sportler ist während der aktiven Karriere die höchste ‚Rendite‘, daher sind auch die Risiken für das Ein- kommen nicht zu vernachlässigen“, weiß Montanhas. Spieler können sich so schwer verletzen, dass die Karriere schnell beendet sein kann. Da braucht es auch den richti- gen Versicherungsschutz (siehe Kasten nächste Seite). Der Finanzplaner hat für die jungen Pro- s und Berater dieser Zielgruppe zunächst einfache Botschaften: Sparen heißt die Devise – nicht alles auf den Kopf hauen. „Meine primäre Aufgabe ist, das Vermögen des Spielers zu erhalten“, sagt der Vermögens- verwalter. Für einen Fußballspieler kann er sich folgenden Anlagemix vorstellen: Bis zu 30 Prozent des Vermögens können in fremdgenutzte Immobilien ießen, aus denen er nach seiner Karriere Mieterträge erzielt. „Zudem empfehle ich, 35 Prozent in Aktieneinzeltitel zu investieren.“ Von Aktienfonds rät er mit Blick auf die Ge- bühren ab. 20 Prozent sollten in festverzins- liche Wertpapiere ießen, etwa Unterneh- mensanleihen mit „Investment Grade“- Rating, nicht aber in Staatsanleihen oder Rentenfonds. Weitere zehn Prozent gehen in Private-Equity-Beteiligungen, die restli- chen fünf Prozent in Cash, rät Montanhas. Zehn Millionen Euro Vermögen sollte ein Pro sportler nach Karriereende vorwei- Artur Montanhas, Lunis Vermögensmanagement: „Den Zugang zu Profisportlern erhält man ausschließ- lich über Empfehlungen.“ Claus Wunderlich, Die Sport-Assekuranz: „Der Schaden ohne Versicherungsschutz lässt sich im Berufsleben nach dem Sport nicht mehr aufholen.“ » Die meisten Spieler haben nur ihren Sport im Kopf. « Philip Kretschmer, FWB VERTRIEB & PRAXIS Beratung von Profisportlern 284 fondsprofessionell.de 3/2021 FOTO: © WUNDERLICH, LUNIS VERMÖGENSMANAGEMENT
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