FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2021

sen und selbstverständlich keine Verbind- lichkeiten haben, rechnet der Lunis-Experte ein Beispiel durch. 20.000 Euro netto im Monat sollte ein Spieler, der einen entspre- chenden Lebensstandard gewohnt ist, nach Karriereende zur Verfügung haben. Dies entspricht 240.000 Euro netto im Jahr, also brutto rund 348.000 Euro. Somit muss das Vermögen eine Bruttorendite von etwa 3,5 Prozent erwirtschaften, um das Kapital lebenslang zu erhalten, rechnet Montanhas vor. Mit einer vernünftigen Vermögens- struktur sei dies möglich. Ski-Ass investiert „konservativ“ Und wie sehen die Pro sportler die Bera- tung? Freimütig hat sich gegenüber FONDS professionell dazu Marc Girardelli geäußert, in den 1980er- und 1990er-Jahren weltweit der erfolgreichste alpine Skiläufer. Geboren in Österreich, wohnhaft in der Schweiz und Erfolge für Luxemburg einge- fahren, ist Girardelli – kürzlich 58 Jahre alt geworden – heute Unternehmer mit einer Firma, die Bekleidung für Skischulen, Ski- clubs und Skigebiete herstellt, und zudem erfolgreicher Krimi-Autor („Abfahrt in den Tod“, „Mordsschnee“, „Eiskalte Spiele“). Er bestätigt, in seiner aktiven Zeit einen spe- ziellen Anlageberater und Sportvermarkter zu Rate gezogen zu haben – auf Empfeh- lung von Hanni Wenzel, der einzigen Ski- Olympiasiegerin aus Liechtenstein. „Das war ein guter Verwalter, aber ein schlechter Akquisiteur für Sponsoren“, erinnert sich Girardelli. Sponsoren brachten schon frü- her in seiner Sportart das große Geld. Die Anlage erfolgte laut Girardelli „eher konservativ, ohne kostspielige Experimente“. Dazu rechnet er auch Aktien aus dem Schweizer Leitindex SMI, „im Nachhinein betrachtet eine kluge Anlagepolitik“, be n- det der mehrfache Skiweltmeister. Als Ziel- größe für das Vermögen zum Ende der Sportlerkarriere emp ehlt er jungen Pro s etwa fünf Millionen Euro. Aus heutiger Sicht und Lebenserfahrung würde er wie- der „sehr konservativ in etablierte Aktien- titel anlegen und vielleicht zehn Prozent in interessante Start-ups investieren.“ Auf Anlageberater verzichtet der ehemalige Skirennläufer inzwischen. „Das mache ich selbst.“ DETLEF POHL FP Sportliche Versicherungsprämien Finanzberatung und Altersvorsorge gehen bei Profisportlern meist mit Risikoabsicherung einher. Der Grund: Berufssportler müssen sich extrem hoch gegen Verletzungen absichern, die ihre Karriere vorzeitig beenden könnten. Der Ver- sicherungsschutz hat viele Facetten. „Unverzicht- bar ist die Absicherung von Sportinvalidität, die bei Unfall und langwieriger Krankheit greift“, weiß Volker Diergardt, der einst für Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Köln im Tor stand und heute die Geschäfte des Versicherungs- und Finanzmaklers „DK Sportler beraten Sportler“ führt. Der private Invaliditätsschutz ist nicht ganz billig, aber dem hohen Einkommen angemessen. „Für einen 25-jährigen Fußballer mit 250.000 Euro Jahreseinkom- men kostet die Police für 1,25 Millionen Euro Deckungsschutz und 350 Euro Krankentagegeld ab dem 43. Tag rund 22.000 Euro Jahresbeitrag“, weiß Claus Wunderlich, Geschäftsführer von „Die Sport-Assekuranz Financial & Insurance Broker“ in Pfullingen, der schon seit 1989 Policen für Fußballprofis vermittelt. „Sportunfähigkeits-Policen bieten nur wenige Versicherer, insbesondere aktuell die Lloyd’s Insurance Company oder Swiss Re“, berichtet Wunderlich, der mit einer zwei- ten Firma namens „Wunderlich Cover Solutions“ auch als Asse- kuradeur und damit als Groß- händler für Makler aktiv ist. „Wir haben die passenden Pro- dukte, der Berater die Kunden – das bringen wir mit unserer langjährigen Expertise zusammen“, betont der Ex- perte. Abhängig vom Vermögen rät er, bis zum Fünffachen des Jahreseinkommens gegen Sportinvalidität abzusichern. „Der Schaden ohne Versicherungsschutz lässt sich im Berufs- leben nach dem Sport nicht mehr aufholen.“ Marc Girardelli, Ex-Skirennläufer: „Auf konservative Anlagen zu setzen war im Nachhinein betrachtet eine kluge Entscheidung.“ Volker Diergardt, DK: „Unverzichtbar ist die Absicherung von Sportinvalidität, die bei Unfall und langwieriger Krankheit greift.“ VERTRIEB & PRAXIS Beratung von Profisportlern 286 fondsprofessionell.de 3/2021 FOTO: © SYNTO | STOCK.ADOBE.COM, MARC GIRARDELLI-PRIVAT, DK SPORTLER BERATEN SPORTLER

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