FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2021
Gerade die Taping-P icht kam zu einer denkbar ungünstigen Zeit – mitten in der Coronakrise mit den wiederholten Lock- downs, die persönliche Beratungsgespräche enorm erschwerten. „Am Anfang war es ungewohnt, aber inzwischen ist das Taping ganz selbstverständlich im Ablauf inte- griert“, sagt Yvonne Preisach. „Unser Haf- tungsdach Top Ten Financial Network stellt uns hierfür eine reibungslos funktio- nierende Technik zur Verfügung.“ Ohne Unterbrechung Wenn die Beraterin einmal mit einer Aufzeichnung begonnen hat, unterbricht sie nicht mehr, bis die Beratung beendet ist. „Persönliche Gesprächsinhalte nden zu Beginn eines Telefonates selbstverständlich statt. Sobald jedoch das Gespräch in den Beratungsteil übergeht, wird die Kundin oder der Kunde darauf hingewiesen, dass das Telefonat ab nun aufgezeichnet werden muss, und somit das Taping startet.“ sagt sie. Für einen Plausch über den Urlaub oder die nächste Familienfeier ist vorab oder im Anschluss Zeit. Daniel Platte, Inhaber der Finanzbera- tung Finanzplan A aus Schenefeld bei Hamburg, ärgert sich hingegen über das Taping. „Das ist für mich der größte Aufre- ger in der ganzen Novellierung“, sagt er. Platte, der neben Fonds und Versicherun- gen vor allem die eigene Fondsvermögens- verwaltung vermittelt, hat hauptsächlich Kunden mit langem Anlagehorizont, zu denen eine gewachsene Vertrauensbezie- hungen besteht. „Natürlich sprechen wir in einer Beratung auch mal über die Familie oder den letzten Urlaub“, sagt er. Der Groß- teil seiner Klientel lehne eine Aufzeich- nung daher ab. Lieber unter vier Augen So hat Platte auch zu Lockdown-Zeiten viele Kunden vor Ort besucht, persönliche Beratungsgespräche mit Maske und aus- reichend Abstand auf der Terrasse geführt. „Mir erschließt sich der Sinn des Tapings ohnehin nicht“, erklärt Platte. Schließlich könnten bei persönlichen Beratungen ebenso falsche Informationen ießen wie im Telefonat. „Außerdem muss ich trotz Aufzeichnung alles noch einmal schriftlich dokumentieren.Was soll dann das Taping?“, fragt Platte. „Kunden wünschen sich un- komplizierte Lösungen, und aus diesem Grund wird unsere BPS-Vermögensverwal- tung von einemGroßteil der Anleger auch präferiert“, sagt er. Mit dem neuen Ex-ante-Kostenausweis hadert Daniel Platte weniger. „Man wird über die Beratungsstrecke meines Pools Fondsnet sehr gut durch alle notwendigen Angaben geführt“, sagt der Berater. Seine Servicegebühr und die prozentuale Höhe der Bestandsprovisionen, die Kapitalver- waltungsgesellschaften an ihn zahlen, sind bei Fondsnet hinterlegt. „Daher brauche ich mich um die Erstellung der Ex-ante- Kosteninformation nicht zu kümmern“, erklärt der Vermittler. Erklärungen benötigt Von den Kunden kämen allerdings schon öfter Fragen, da der Ex-ante-Kosten- ausweis sehr erklärungsbedürftig sei. „Es wird zum Beispiel suggeriert, dass fondsin- terne Kosten doppelt abgezogen werden“, so Platte. Aus diesem Grund muss er häu- g erläutern, dass in der Wertentwicklung » Die Geeignetheits- erklärung unterscheidet sich nicht groß vom früheren Beratungsprotokoll. « Udo Heißwolf, Heißwolf Investment Unternehmen: ................... Heißwolf Investment Ort: ..................................... Schwaig bei Nürnberg Einstieg in die Branche: .............................. 2003 Erlaubnis: ............................................ 34c/f GewO Betreute Kunden: .................................. zirka 200 Maklerpool: ............................................. Netfonds Depotbank: ............................................. FFB, DWS » Das Taping ist für mich der größte Aufreger in der Novellierung. Der Sinn erschließt sich mir nicht. « Daniel Platte, Finanzplan A Unternehmen: ................................. Finanzplan A Ort: ................................ Schenefeld bei Hamburg Einstieg in die Branche: .............................. 2006 Erlaubnis: ...................................... 34c/d/f/i GewO Betreute Kunden: .................................. zirka 250 Maklerpool: ................................... PMA, Netfonds Depotbank: ...................... FFB, Fonds Depotbank VERTRIEB & PRAXIS Finanzanlagenvermittlungsverordnung 306 fondsprofessionell.de 3/2021 FOTO: © HEISSWOLF INVESTMENT; FINANZPLAN A
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