FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2021

nutze ich das Online-Tool der FFB weiter- hin und ergänze, wo nötig, die Angaben um die Risiko-Toleranz und Tragfähigkeit des Kunden, berichtet Heißwolf.Die Geeig- netheit ergibt sich ja daraus. Kein Problem mit dem Zielmarkt Auch Erol Tezsevin-Weiss, Geschäftsfüh- rer der Münchner Finanzberatung Consi- lanto, hat an der Geeignetheitserklärung nichts auszusetzen. „Dadurch hat sich am Arbeitsaufwand eigentlich nichts verän- dert“, sagt er. „Man muss nach wie vor die Beratungsstrecke durchlaufen, das geht weder schneller als vorher noch kostet es mehr Zeit“, ndet der Berater. Mit der Vermeidung von Interessenkon ikten hat Consilanto kein Problem. „Wir sind eine reine Honorarberatung, erhalten keinerlei Zuwendungen von Dritten, und wenn Kickbacks ießen, werden diese mit dem Beratungshonorar der Kunden verrechnet“, erklärt Tezsevin-Weiss. Daniel Platte ndet es ebenfalls nicht schwierig, der P icht zur Vermeidung von Interessenkon ikten nachzukommen. „Ich habe meiner Beratungsdokumentation schon immer eine Seite ‚Con ict of Inter- ests‘ beigefügt, die musste ich nicht anpas- sen“, sagt er. Wenn er an Weiterbildungen teilnimmt, die von einer Fondsgesellschaft mit nanziert werden, legt er dies den Kun- den gegenüber als geldwerten Vorteil o en. Vermittler Michael Schulte hat mit jedem Kunden eine Rahmenvereinbarung. „Dort sind meine Servicegebühren festgelegt,mei- ne Rechte und meine P ichten de niert, das ist eine klare Sache“, sagt er. Bleibt noch die Frage, wie kompliziert es ist, bei der Fondsvermittlung oder -bera- tung stets den Zielmarkt im Auge zu haben. „Überhaupt nicht“, lautet die einhel- lige Antwort der Finanzpro s. „Fast jeder Investmentfonds sieht als Zielmarkt die all- gemeine Vermögensbildung vor“, berichtet Schulte. In der Beratung spiele dieses The- ma daher quasi keine Rolle. Tobias Riefe ist froh, dass die neuen Vor- schriften sein Unternehmen nicht tre en. „Das Taping zum Beispiel entfällt für uns zum Glück komplett“, erklärt der Ge- schäftsführer von L&R Finanzkonzepte aus Hamburg. Der Grund ist einfach: L&R Fi- nanzkonzepte hat vollständig auf die Ver- mittlung von Fondsvermögensverwaltun- gen umgestellt, nicht zuletzt, um der Auf- zeichnungsp icht zu entgehen. Auch die neuen Kostenausweise ndet Riefe sehr kompliziert und verwirrend für den Kun- den. „Mit diesen ganzen Regularien woll- ten wir von Anfang an so wenig wie mög- lich zu tun haben, und das ist uns mit die- semWeg auch gelungen“, sagt er. Bei Tobias Riefe herrschte vor dem 1. August 2020 kein Wirbel, es zog kein Sturm auf, schon gar kein Orkan – nicht einmal imWasserglas. ANDREA MARTENS FP » Für mich ist es immer wieder ein Abenteuer, Kunden den Ex-post-Bericht zu erklären. « Michael Schulte, MSI » Mit diesen ganzen Regularien wollten wir von Anfang an so wenig wie möglich zu tun haben. « Tobias Riefe, L&R Finanzkonzepte Unternehmen: ................... L&R Finanzkonzepte Ort: ............................................................ Hamburg Einstieg in die Branche: .............................. 2007 Erlaubnis: ...................................... 34c/d/f/i GewO Betreute Kunden: .................................. zirka 500 Maklerpool: .................... Netfonds, Finet, Invers Depotbank: ...................... FFB, Ebase, Comdirect » Letztendlich stärken die intensiveren Gespräche auch die Kundenbindung. « Yvonne Preisach, Frauen-Finanz- Beratung Barbara Rojahn & Kolleginnen Ort: ............................................................. Stuttgart Einstieg in die Branche: .............................. 2000 Erlaubnis: ............................................... 34f GewO Betreute Kunden: .................................. zirka 300 Maklerpool: ............................................... Top Ten Depotbank: ........................................................ FFB VERTRIEB & PRAXIS Finanzanlagenvermittlungsverordnung 310 fondsprofessionell.de 3/2021 FOTO: © L&R FINANZKONZEPTE, TOM PINGEL | FRAUEN-FINANZ-BERATUNG BARBARA ROJAHN & KOLLEGINNEN

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