FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2023

ein „Zukunft für Finanzberatung“ (ZFF) und das Netzwerk „#Die 34er“ des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung.Mak- ler speziell haben mit weiteren Hürden zu kämpfen. „Sehr viele Bürger wissen gar nicht, was ein Makler macht.Das erschwert die Nachwuchssuche immens“, sagt Caro- lin Kießling, die beim Maklerverbund VFM die Ausbildungsunter- stützung koordiniert. Ferner konkurrieren Makler mit an- deren Finanzdienstleistern um das rare Gut „Fachkraft“. Schließlich sind auch die Aus- bildung oder Schulung eines neuen Mitarbeiters kostspielig und vor allem zeitaufwendig. Hürden genommen Diese Hürden sind aber nicht unüberwindbar. „In den vergangenen vier oder fünf Jah- ren haben Finanzdienstleister wieder Kapazitäten aufgebaut, indem sie die Gewinnung von Nachwuchskräften systemati- siert und besser strukturiert ha- ben“, hat Perschke beobachtet. „Das tri t auch auf freie Vertriebe und Makler zu, wenngleich bei Letzteren in schwächeremMaße.“O enbar haben sie es besser gescha t, Interessenten im oder über den Freundes-, Familien- und Kundenkreis oder über Social-Media-Kanäle anzuspre- chen und von einer Karriere in der Bran- che zu überzeugen. Zumindest zeigen die Statistiken zu den 34d-Sachkundeprüfun- gen, die Perschke zufolge die klassische „Vertrieb-Grundquali kation“ sind, seit 2018 einen Anstieg bei Teilnehmern und bestandenen Prüfungen (siehe Gra k Seite 316). Hierbei muss man bedenken, dass „Nachwuchs“ in einem weiteren Sinne nicht nur Schulabgänger, sondern auch ältere Quereinsteiger meint, die die IHK- Sachkundeprüfung ablegen. Allerdings wird nicht aufgeschlüsselt, wie viele Teilnehmer an den 34d-Prüfungen von Maklern, Finanzvertrieben oder Aus- schließlichkeitsorganisationen kamen, wie Anfragen der Redaktion bei Industrie- und Handelskammern zeigen. Zahlen zur Sach- kundeprüfung für die 34f-Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung geben die meis- ten IHKen überhaupt nicht preis. Eine Anfrage der Redak- tion beim DIHK förderte aber immerhin zutage, dass es auch hier eine Steigerung gab. Außer Frage steht, dass ein großer Teil der Neulinge über die großen Finanzvertriebe den Einstieg in die Branche ndet. Nur zwei Beispiele: Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) hatte Ende 2018 rund 17.000 Vermittler, Ende 2020 waren es Firmenangaben zufol- ge schon mehr als 18.000, im Jahr darauf dann über 18.500. O ensichtlich zeitigte die mas- sive Werbekampagne während der Corona-Pandemie großen Erfolg – zumindest zwischen- Sophie Gropengießer, VFM-Gruppe: „Die praktische Ausbildung im Betrieb übernehmen die Versicherungs- makler selbst.“ Ronald Perschke, Going Public: „Makler und Vertriebe rekrutieren ihre Mitarbeiter sehr häufig von Banken und Versicherungsgesellschaften.“ » Wir legen Wert auf eine umfassende Ausbildung und ein Studium. « Jonas Dallinger, Fondsbroker Financial Consulting Ruf ruiniert Image ausgewählter Berufe* Der Deutsche Beamtenbund erhebt seit 2007 jährlich, welche Berufe hohes Ansehen genießen. Regelmäßig am unteren Ende: Versicherungsvertreter. *AnteilderBefragten,diedemBerufein (sehr)hohesAnsehenzuschreiben, in% Quelle:DBBBürgerbefragungÖffentlicherDienst2023 0% 20% 40% 60% 80% Versicherungs- vertreter Mitarbeiter einer Werbeagentur Mitarbeiter einer Telefongesellschaft Banker Ärzte Krankenpfleger Feuerwehrleute 2023 2022 2007 94 % 89 % 85 % 23 % 13 % 8 % 8 % fondsprofessionell.de 3/2023 313 FOTO: © DORIS DÖRFLER-ASMUS | VFM GRUPPE, STEFAN LOK I ANDREAS KLINGBERG I GOING PUBLIC

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