FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2023

stärkt auf Berater in Ländern außer- halb der Kernmärkte Deutschland, Österreich und der Tschechischen Re- publik zuzugehen, insbesondere auf solche mit Kunden, die ihr Geld in einem politisch stabilen Land verwah- ren wollen. Dazu gehört auch das Ge- schäft mit Expats, etwa wenn ein briti- scher Vermittler einen nun in Aus- tralien lebenden Mandanten betreut. Dafür sind wir mit unserem Sitz in Luxemburg sowie einer Depotplatt- form für Fonds, Aktien, Anleihen und andere Finanzinstrumente, die überall auf der Welt funktioniert, perfekt auf- gestellt. Wir kooperieren derzeit mit 1.400 Beratern, die etwa 40.000 Kun- den in 140 Ländern betreuen. Dazu kommen noch institutionelle Kun- den. In diesem Bereich sehen wir ebenfalls ein sehr großes Wachstums- potenzial. Viele große internationale Unternehmen wickeln ihre betriebli- che Altersversorgung oder auch ihre Gehaltsabrechnungen über Guernsey, Jersey und ähnliche Standorte ab. Diesen bieten wir das Backo ce und die dafür nötige Infrastruktur. Und schließlich gehen wir verstärkt auf international tätige Family O ces zu. Diese benötigen maßgeschnei- derte Lösungen für ihre Kunden. Was ist mit den drei Kernmärkten? Dort wollen wir unsere Position ebenfalls ausbauen. Gerade Deutschland ist aber ein sehr wettbewerbsintensiver Markt, und wir haben hier nur einen sehr kleinen Markt- anteil, auch wenn dieser dank einiger treuer Kunden, die oft schon seit 20 Jahren dabei sind, sehr stabil ist. Um das zu ändern, wer- den wir zum einen die Zusammenarbeit mit den Maklerpools intensivieren. Dafür müssen wir die IT-Schnittstellen zu ihnen ausbauen oder auch erst einrichten. Das verantwortet unserer neuer Vertriebsleiter Michael Patzelt, der den Markt sehr gut kennt. Zum anderen erweitern wir das Produktangebot.Moventum wird eine der ersten Fondsplattformen sein, die eine Ver- wahrlösung für ELTIFs bietet. Wir gehen davon aus, dass wir am 1. Januar startklar sind. Außerdemwerden wir unsere Vermö- gensverwaltungsfonds nicht nur exklusiv an bestehende Kunden, sondern auch an Dritte vertreiben. Wir haben festgestellt, dass es einige Kunden gibt, die zu anderen Plattformen wechseln, aber dennoch unse- re Fonds kaufen wollen. Auch aus diesem Grund verstärken wir die Zusammenarbeit mit den Pools. Die Technik ist entscheidend für Fondsplatt- formen, da skalierbare Dienstleistungen nur mit einer ausgefeilten Infrastruktur möglich sind. Sie erwähnten, dass ihre IT veraltet ist. Was ist hier Ihre Strategie? Diese ist ganz einfach: Wir müssen die IT verbessern, auch wenn unser System grundsätzlich sehr gut ist. Viele Mitbe- werber haben aber wahrscheinlich einen Vorsprung, ihre Systeme sind schneller. Oaktree Capital hat uns daher eine große Kapitalspritze für Investitionen in die IT ge- währt. Wir fahren nun Upgrades, investie- ren kräftig in neue Server, verlagern vieles in die Cloud und programmieren zahlrei- che Anwendungen neu, um die IT generell leistungsfähiger zu machen. Ferner haben wir in den sechs Monaten nach meinem Start bei Moventum jeden einzelnen Pro- zess daraufhin überprüft, wie wir ihn mit IT-Unterstützung verbessern können. Da- rauf liegt imMoment mein Fokus: Moven- tum mittels Technik besser zu machen. Das betrifft etwa die Auszahlungen von Gebühren oder Provisionen sowie auch das Onboarding neuer Kunden. Da sind wir meiner Meinung nach noch zu lang- sam, Neobanken wie Revolut schaffen das viel schneller. Dabei schauen wir auch, was wir auslagern können. Wir haben das IT- Team zwar vergrößert, es gibt aber viele gute Lösungen von verschiedenen Anbie- tern. Man muss nicht alles selbst machen. » Wir wer d e n di e Z u s a m m enar be it mit d e n M a k l e r p o ol s i n t e n s i vie r e n . « L o uis W ri g h t , M ov e nt u m FOTO: © ANNA ALBU PHOTOGRAPHY fondsprofessionell.de 3/2023 329

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